Newsletter Juli 2026

IMCOSA-Newsletter – Verschärfte Einwanderungskontrollen: Compliance-Anforderungen für Arbeitgeber, aktuelle Entwicklungen und mehr

Liebe KundInnen, PartnerInnen und Freunde,

die vergangenen Monate waren für viele ausländische Staatsangehörige in Südafrika, insbesondere für Menschen aus anderen afrikanischen Staaten, sowie für ihre Arbeitgeber, Familien und ihr engeres Umfeld äußerst beunruhigend. Demonstrationen gegen MigrantInnen haben bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit ausgelöst. Sie richten sich auch gegen diejenigen, die sich rechtmäßig im Land aufhalten und über ordnungsgemäße Papiere verfügen.

Die diesen Entwicklungen zugrunde liegenden Probleme sind komplex. Es gibt berechtigte Frustrationen in der Bevölkerung hinsichtlich der Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen, der mangelnden wirtschaftlichen Chancen und des Zugangs zu Ressourcen. Allerdings richtet sich dieser Ärger oft gegen vulnerable AusländerInnen, und ein irregulärer Aufenthaltsstatus wird häufig mit Kriminalität gleichgesetzt. Gleichzeitig erleben Südafrikas Asyl- und Einwanderungssysteme seit langem erhebliche Herausforderungen und Missbrauch, was den Missmut in der Öffentlichkeit und den politischen Handlungsdruck erhöht.

Nachhaltige Lösungen erfordern ein vorsichtigesGleichgewicht zwischen humanitären Erwägungen und der Berücksichtigung der allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Realitäten.

Separat von dieser Thematik treibt die Regierung weiterhin verschiedene Reformen und Innovationen voran, was eine Mischung aus positiven und herausfordernden Entwicklungen mit sich bringt.

In dieser Ausgabe berichten wir über:

• Vorschriften für ArbeitgeberInnen angesichts verschärfter Einwanderungskontrollen

• Ärztliches Attest wird abgeschafft

• Regierung treibt Umsetzung des Weißbuchs voran

• Bearbeitungsverzögerungen dauern an, Qualität der Entscheidungen sinkt

Für weitere Informationen scrollen Sie bitte nach unten, besuchen Sie unsere Website oder folgen Sie uns auf LinkedIn und Facebook, um aktuelle Informationen zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen,

Julia und das IMCOSA-Team


Vorschriften für ArbeitgeberInnen angesichts verschärfter Einwanderungskontrollen

Die Kontrollen im Bereich der Einwanderung haben in den letzten Monaten zugenommen und werden voraussichtlich weiter anhalten. ArbeitgeberInnen, die gegen die Einwanderungsgesetze verstoßen, müssen mit erheblichen Geldstrafen und sogar Haft rechnen. ArbeitnehmerInnen ohne den erforderlichen Aufenthaltsstatus riskieren Festnahme, Abschiebung und die Einstufung als unerwünschte Person.

ArbeitgeberInnen sollten die folgenden Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu minimieren:

1.    Sammeln Sie von allen MitarbeiterInnen vollständige Unterlagen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht, und halten Sie diese auf dem neuesten Stand.

2.    Überprüfen Sie, ob die Dokumente a) echt sind, b) gültig sind, und c) und ob die betreffende Person berechtigt ist, die vertraglich vorgesehene Tätigkeit auszuüben.

3.    Korrigieren Sie etwaige Lücken.

4.    Planen Sie voraus, indem Sie Schritte 1 und 2 bereits vor Neueinstellungen befolgen.

Wichtig:

A. Es gibt verschiedene Arten von Visa, Genehmigungen und Aufenthaltstiteln, die jeweils ganz unterschiedliche Rechte beinhalten, was Aufenthalt und Tätigkeit angeht.

B. Das Dokument selbst spiegelt nicht immer die vollständige Rechtslage des Inhabers wider. Ministerielle Anordnungen können Rechte vorübergehend erweitern oder Bedingungen ändern. Jeder Fall muss individuell geprüft werden.

C. Gefälschte und irregulär erlangte Einwanderungsdokumente sind nach wie vor weit verbreitet.

D. Für unqualifizierte Tätigkeiten sind die Chancen auf Erteilung eines Visums mit Arbeitserlaubnis– mit wenigen Ausnahmen – im Allgemeinen niedrig.

E. Auch wenn ArbeitnehmerInnen nicht über die erforderlichen Unterlagen verfügen, entbindet dies ArbeitgeberInnen nicht von der Pflicht, die arbeitsrechtlichen Vorschriften und Verfahren einzuhalten.

Angesichts der Komplexität des südafrikanischen Einwanderungsrechts wird dringend empfohlen, vor rechtsrelevanten Entscheidungen fachkundigen Rat einzuholen.


Ärztliches Attest wird abgeschafft

Das Innenministerium hat einen bedeutenden Schritt zur weiteren Vereinfachung der Visa- und Einwanderungsverfahren unternommen.

Gemäß der Ministerialrichtlinie vom 8. Juli 2026 (in der am 17. Juli 2026 verbreiteten geänderten Fassung) müssen AntragstellerInnen ihren Anträgen künftig kein ärztliches Attest mehr beifügen.

Obwohl die Richtlinie kurz nach ihrer ersten Veröffentlichung aufgrund eines Formfehlers zurückgezogen wurde und auch die überarbeitete Fassung noch formale Mängel aufweist, wird erwartet, dass diese Änderung in Kürze in Kraft treten wird.

Was bedeutet das für Sie: Sobald die korrigierte Richtlinie in Kraft tritt, sind ärztliche Atteste für Anträge auf Visa und Daueraufenthaltsgenehmigung nicht mehr erforderlich.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das IMCOSA-Team.


Regierung treibt Umsetzung des Weißbuchs voran

In unserem Newsletter vom April 2026 haben wir ausführlich über die vorgeschlagenen Änderungen im Bereich Visa, Einwanderung und Staatsbürgerschaft in Südafrika berichtet, die im Weißbuch zu Staatsbürgerschaft, Immigration und Geflüchtetenschutz enthalten sind.

Wie erwartet hat die Regierung bereits damit begonnen, diese Vorschläge umzusetzen. Der interministerielle Ausschuss für Migration hat kürzlich angekündigt, dass der Gesetzentwurf noch im Jahr 2026 zur öffentlichen Stellungnahme veröffentlicht wird. Wesentliche Änderungen könnten daher im Jahr 2027 in Kraft treten.

Wichtige umgesetzte und geplante Maßnahmen sind u.a.:

• Qualität der Antragsbearbeitung und Entscheidungsfindungverbessern: Unserer Ansicht nach ist dies dringend erforderlich, siehe Artikel unten.

• Digitalisierter und behördenübergreifender Datenaustausch zur Überprüfung von Belegen und zur Aufdeckung von Betrug: Das derzeitige Überprüfungsverfahren birgterhebliche praktische und rechtliche Herausforderungen und führt häufig zu vermeidbaren Ablehnungen und Verzögerungen.

• Überwachung der Einhaltung der mit Visa und Aufenthaltstiteln verbundenen Bedingungen nach deren Erteilung: AntragstellerInnen werden die mit ihren Visa und Aufenthaltsgenehmigungen verbundenen Auflagen langfristig einhalten müssen.

• Einführung der ETA (Electronic Travel Authorisation): Digitale Visumanträge werden in den kommenden drei Jahren schrittweise eingeführt.

• Beantragung von Smart-ID und Reisepässen über Bankfilialen: Um die nächstgelegene teilnehmende Bankfiliale zu finden und über die Freischaltung weiterer Filialen informiert zu werden, besuchen Sie die Website des Innenministeriums unter www.dha.gov.za/banks.

Was bedeutet das für Sie: Obwohl noch keine Gesetzesänderungen in Kraft getreten sind, sollten potenzielle Antragsteller im Laufe des Jahres 2027 mit einschneidendenReformen rechnen.


Bearbeitungsverzögerungen dauern an, Qualität der Entscheidungen sinkt

Das Innenministerium hat unveränderte Zielfristen für die Antragsbearbeitung im Zeitraum 2026/2027 bekannt gegeben. Obwohl die offiziellen Zielfristen in mehreren Kategorien weiterhin sehr lang sind, zeigen unsere Erfahrungen, dass die tatsächlichen Bearbeitungszeiten diese häufig noch überschreiten.

Ein positiver Trend ist bei Anträgen auf Daueraufenthalt fürRentnerInnen und finanziell unabhängige Personen zu erkennen, bei denen vermehrt Entscheidungen innerhalb von 8 bis 12 Monaten getroffen werden.

Was die Entscheidungsqualität angeht, beobachten wir branchenweit eine deutliche Verschlechterung. Entscheidungen, die nicht im Einklang mit dem Gesetz stehen oder nicht durch die vorgelegten Fakten gestützt werden, haben erheblich zugenommen. Obwohl sich solche Ablehnungen aufgrund ihrer Art nur schwer vorhersagen lassen, passen wir unsere Beratung laufend an die aktuellen Entscheidungstrends an. So unterstützen wir unsere MandantInnen dabei, Risiken zu minimieren und Anträge möglichst erfolgversprechend vorzubereiten.

Bei Fragen zu laufenden oder geplanten Anträgen wenden Sie sich bitte direkt an uns.

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