Die südafrikanische Einwanderungsbehöre (Department of Home Affairs oder DHA) hat in letzter Zeit viel Medienaufmerksamkeit genossen wegen des negativen Effekts, den die neuen Reiseregelungen auf Einzelpersonen, Familien und die Wirtschaft (vor allem Tourismus und Investitionen) haben. Als Folge der vielen Berichte und Beschwerden hat Präsient Zuma ein "Inter-Ministerial Committee (IMC)" beauftragt, die "ungewollten Folgen" der Regelungen zu überprüfen. Aber wird das IMC tatsächlich irgendetwas Spürbares bewirken?

Es gibt zwei Hauptstreitpunkte: einmal das persönliche Erscheinen (zum Erfassen der biometrischen Daten) vor den südafrikanischen Auslandsvertretungen bei Einreichung jedweden Visa-Antrags, das in Ländern wie China und Indien meist extrem lange Anfahrtswege bedeutet und daher abschreckend wirkt. Zum anderen die Pflicht, dass Minderjährige bei Ein- und Ausreise eine ungekürzte Geburtsurkunde und diverse andere Dokumente vorlegen müssen, die kein anderes Land verlangt.

In einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Tourismusminister Derek Hanekom und Innenminister Malusi Gigaba wurden horrende Zahlen hin- und hergeworfen - auf der einen Seite sprach man von einem Einbruch der Besucherzahlen von bis zu 40% (bezogen auf den wichtigen chinesischen Markt) und den daraus folgenden verlorenen Arbeitsplätzen, und auf der anderen Seite vom Kinderhandel, den man zu verhindern versuchte (zunächst wurden 30 000 Fälle pro Jahr gennant, später wurde die Zahl auf 23 in drei Jahren korrigiert). Bisher stellt sich Minister Gigaba stur und weicht keinen Zentimeter zurück. Als er im Mai 2014 das Innenministerium übernahm, scheint er den falschen Beratern vertraut zu haben, und nun fällt es ihm schwer, den Kurs zu wechseln.

Am 20. August kam das IMC zum erstenmal zusammen und ernannte lediglich eine Arbeitsgruppe, die bis zum 3. September Empfehlungen erarbeiten soll. Eigentlich würde man erwarten, dass ein derartiger Druck sehr schnell spürbare Taten hervorrufen würde, vor allem wenn die Zahlen so überwältigend dafür zu sprechen scheinen. Aber die Fähigkeit des Ministers, im Sturm die Stellung zu halten und sinnvolle Bitten und Empfehlungen zu ignorieren, ist bereits in der Vergangenheit bewiesen worden - also sollte man nicht allzuviel Hoffnung in das IMC legen.

Eine wirklich positive Nachricht ist allerdings, dass die Bemühungen des Innenministeriums, die Korruption in den eigenen Reihen anzugehen, Resultate zu zeigen beginnt. Fast wöchentlich liest man Berichte von der Korruption und des Betrugs überführten Beamten, die vom Dienst suspendiert oder gekündigt worden sind. Endlich widmet die Behörde diesem Thema die nötige Aufmerksamkeit, und dies sollte sich allmählich in verbesserter Dienstleistung und größerer Vorhersehbarkeit für legitime Antragsteller zeigen.